Facebook Home: Über das Gleichgewicht von Bildern und Content

Facebook setzt mit Facebook Home seine Strategie, Bilder in den Vordergrund zu stellen, auch mobil fort.

Etwas überfahren fühlt sich der eine oder andere User, dass FB sich "der Seele des Mobilgeräts" annimmt und weitreichende Steruerungsmöglichkeiten des Geräts an sich reißt - Einen ersten Eindruck über das Look & Feel von Facebook Home vermittelt TechCrunch.

 

Bemerkenswert ist an dieser Stelle auch, dass Facebook sich bei diesem Schritt für Android entscheidet. Gleichzeitig verkündet Google, sich zukünftig bei der Entwicklung seiner Browser-Technologien von Apple abzusetzen. Der Markt teilt sich weiter auf und was für marktkennende Beobachter schon länger sichtbar ist, setzt sich nun ganz offensichtlich fort: Apple fällt zurück.  

Bilder statt Content - ist das die Zukunft?

Ich ändere fast meine kritische Haltung zur buzzigen Promotion von Content Marketing, wenn ich beobachte, wie Bilder benutzt werden, um öffentliche Meinung zu gestalten oder auch gezielt von Inhalten abzulenken. Denn wenn Bilder auf Dauer die Kommunikation beherrschen, geht der Content darüber verloren.

 

Bilder und Visualisierungen allgemein sind grundsätzlich eine beliebte und sinnvolle Art, Inhalte vermitteln: Leicht verständlich, leicht konsumierbar und angenehm "shareable" machen sie komplexe oder sperrige Themen manchmal besser zugänglich, lassen sich in der Flut der Inhalte schneller erfassen und nicht zuletzt setzt sich die Information ganz anders in unseren Köpfen fest. Optimal sind Videos: Bild, Ton und Inhalt verankern sich gleichzeitig in unseren Köpfen. Nicht umsonst ist YouTube nach Google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt.

 

Wenn sich der Trend jedoch in die Richtung entwickelt, dass Bilder den Inhalt dominieren, die Botschaft sekundär wird und der Inhalte-Konsument primär über die Emotion der Bilder angesprochen wird, geht die Auseinandersetzung mit dem Inhalt verloren. Das mag in der Mode-, Automobil- und Kosmetikindustrie durchaus gewollt sein.

 

In Content-fokussierten Segmenten wie B2B, Politik oder Wissenschaften lautet die Herausforderung, das gewohnte Mediennutzungsverhalten für die eigenen Zwecke sinnvoll zu nutzen: Das bedeutet, über Visualisierungen Content kommunizieren. Bilder und Videos sind das Vehikel, nicht der Ersatz.

 

Gut machen sich Bilder und Videos für:

  • Infografiken: Ein paar hübsche Besipiele, die nicht kostenintensiv sein müssen, gibt es hier
  • Erklärungen von komplexen Sachverhalten - dank dieses Videos versteht wirklich jeder, was Big Data ist!
  • Krisen-Statements - vielleicht aber nicht ganz so steif (und wie man später wusste: unaufrichtig) wie das hier von BP

 

Die Süddeutsche Zeitung hat Infografiken längst zum festen Inventar gemacht und auch Unternehmen, Parteien und NGOs können sich die so genannten "eigenen Medien" (Webseite, Blog, im weiteren Sinne auch Social Media) zunutze machen, um mit Hilfe von Bildern Content zu transportieren.

 

Der Aufwand dafür muss nicht hoch sein - aber wie bei jeder Kommunikationsmaßnahme sollten Bilder, Grafiken und Videos professionell produziert werden, damit die Botschaft auch tatsächlich ankommt.

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Kommentare: 2
  • #1

    Thorsten Barré (Freitag, 05 April 2013 15:50)

    Hmm. Alles einzeln betrachtet irgendwie richtig. Aber der inhaltliche Spagat von "Facebook Home" zur "Nutzung von Bildern in B2B, Politik oder Wissenschaften" will sich mir nicht so richtig erschließen.

  • #2

    Markus Henkel (Freitag, 05 April 2013 18:21)

    Hallöchen aus dem Süden meine Liebe.
    Speziell in der Wissenschaft sollte man mehr auf Bilder und Videos setzen. Der Content ist dort nicht wirklich verständlich für die Allgemeinheit. Und letztere bezahlt zudem die meisten wissenschaftlichen Projekte in Deutschland. Ansonsten würde ich dir fast recht geben - kommt halt immer drauf an. :-)

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